Windorf

Windorf ist ein Einzelgut an der Straße von Wölkisch nach Oberlommatzsch. Seit 1935 gehört es zu Oberlommatzsch und ist damit seit 1974 Ortsteil von Zehren. Das Gut ist ein geschlossener Vierseitenhof (Wohnen/Verwaltung sowie Stall- und Bergeräume).

Name & Ursprung

Vor dem 15. Jahrhundert war eine slawische Siedlung hier bereits wüst gefallen. Der Ortsname taucht im 15. Jahrhundert urkundlich auf und wurde später auch als „Winterdorf“ geschrieben.

Ton, Töpfer & Weinbau

Unter dem Geschiebesand lagert tertiärer Ton, der früher abgebaut wurde. Bereits 1788 durfte der Gutsbesitzer einen Töpfer ansiedeln und Tonwaren brennen. Direkt daneben lagen Weinberge; die Weinwirtschaft ist durch große Fässer im Gutskeller überliefert.

Gutsgeschichte

Da Windorf stets nur aus einem Einzelgut bestand, ist die Ortsgeschichte eng mit der Besitzergeschichte verbunden. Vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert prägte besonders die Familie Müller das Gut.

  • 1461: erste urkundliche Nennung („Wintdorf“)
  • 1501: Bauerngut (Kaspar Kessler) im Register der Türkensteuer
  • 16.–frühes 20. Jh.: Gut im Besitz der Familie Müller
  • 1788: Erlaubnis, einen Töpfer anzusetzen (Tonabbau)
  • 1913: Verkauf an Familie Krille
  • 1933: Verkauf an Otto Spenke
  • 1935: Eingemeindung nach Oberlommatzsch
  • 1953: Flucht der Familie Spenke; Nutzung des Hofes als Volkseigentum/DDR-Strukturen
  • 1974: Oberlommatzsch mit Windorf wird Ortsteil von Zehren
  • 1990: Ende Volkseigentum; später Privatisierung
  • 1996: Neuer Eigentümer (Privat)

20. Jahrhundert & Nutzung

Nach 1953 wurde der Vierseitenhof für Wohnzwecke genutzt und stand zeitweise auch im Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Nutzung (LPG „Vereinte Kraft“ Wölkisch wird erwähnt). Mit der Wende 1990 endete das Volkseigentum und es kam zur Neuordnung der Besitzverhältnisse.

Quelle

Quelle: Manfred Müller, Chronik des Ortes Windorf bei Zehren, 2003.

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