Seebschütz
Seebschütz liegt nordwestlich von Meißen auf der Hochfläche südlich von Zehren (ca. 200 m ü. NN), am flach geneigten Hang zum Grutschenbach.
- Erstnennung: 1334 („Sevschitz“), 1402 „Sebyssitz“, 1501 „Sebichicz“
- Name: abgeleitet vom altsorbischen Personennamen „Sebis“
- Siedlungsform: lockerer Bauernweiler mit Block- und Streifenflur
- 1539 und 1930 nach Zehren eingepfarrt
- Seit 1935 nach Zehren eingemeindet
Geschichte in Kürze
Funde belegen eine vorgeschichtliche Besiedlung. Im Zusammenhang mit der Gründung von Meißen wird eine slawische Siedlung erwähnt; die Bewohner waren der Burg zinspflichtig. Ab dem 12. Jahrhundert kann von einer deutschen Siedlung Seebschütz gesprochen werden.
Erbregister, Feuer & Wandel
Im Erbregister des Rittergutes Jahna (1693) ist Seebschütz mit 4 Bauerngütern (zwischen 2 und 3,5 Hufen), 1 Häusler und 2 Gärtnereien verzeichnet. Ende des 18. Jahrhunderts zerstörte ein Großfeuer mehrere Höfe; das sogenannte „Lommatzscher Gut“ wurde nicht wieder aufgebaut.
Im 19. Jahrhundert kaufte Bauer Moritz (Gut Nr. 5) den Resthof. Die verbliebenen Bauern übernahmen nach und nach die Gartenwirtschaften. 1834 erließ Rittergutsbesitzer Carl v. Ender den Bauern die Frondienste.
Einwohner
Nach dem Krieg lebten in Seebschütz mehr als 90 Personen; 2002 waren es noch 24.
Höfe & Häuser
Gebäude & Hofstellen (Auswahl):
- Nr. 1: früher Gasthof & Schmiede (heute Wohnhaus; seit 1992 Familie Müller)
- Nr. 2: früher Fischergut (seit 1996 Familie Gühne; Umbau zum Wohnhaus)
- Nr. 3: Andrägut (seit über 200 Jahren in Familienbesitz; LPG-Eintritt 1960; Neubeginn 1991/92 als Milchviehbetrieb)
- Nr. 4: Altenteilhaus Wittig (heute Wohnhaus; seit 1997 Familie Schulze)
- Nr. 5: Wittiggut (ab 1911 Wittig; LPG 1960; Rückgabe 1989; heute Messerschmidt/Erben; Felder verpachtet)
- Nr. 10: ehemaliges Arbeiterhaus des Andräschen Gutes (später Gemeindeeigentum; ab 1992 A. Hirsch)
Überregionale Bekanntheit hatten frühere Erntefeste. Otto Eduard Schmidt schildert (1924) die „schönen Elbfeste“ vor dem Ersten Weltkrieg auf dem Schüttboden des Andräschen Gutes – mit Tanz, Musik und festlichem Schmuck aus Erzeugnissen der eigenen Scholle.
Quelle
Quelle (Ortsausarbeitung): Ilse M. Andrä, Seebschütz, 2002 (mit Unterstützung der Bewohner).
Weitere Quellen (Auswahl): Historisches Ortsverzeichnis (Karlheinz Blaschke); Urkunden/Aufzeichnungen Oskar Alwin Wittig; Otto Eduard Schmidt: Kursächsische Streifzüge, Bd. III (1924).
Hinweis (Reihe): In der Gemeindereihe werden mehrere Ortsteile auch von Wolfgang Schmidt (Schieritz, 2003) dokumentiert.
