Schieritz

Schieritz liegt im Tal des Ketzerbaches am Ostrand der Lommatzscher Pflege. Bis 1935 war es eine selbständige Gemeinde, danach Ortsteil von Zehren und heute Ortsteil der Gemeinde Diera-Zehren. Prägend für den Ort ist Schloss Schieritz, das rund 40 m über dem Ketzerbachtal auf Terrassen liegt.

Schloss Schieritz

Das Schloss gilt als bedeutendes Ensemble der sächsischen Renaissance. Es entstand unter Hannß von Schleinitz und seiner Frau Maria (geb. von Sundhausen). Wappen der Familie (drei Rosen) ist am Schloss erhalten. Zum Rittergutsbesitz gehörten u. a. Schlossmühle (technisches Denkmal), Brauerei (bis ca. 1923), Gärtnerei, Brennerei, Steinbruch, Schäferei sowie Fischereirechte am Ketzerbach.

Besitzer & Entwicklung

Besitzerwechsel sind seit dem Mittelalter dokumentiert. Über mehrere Jahrhunderte prägte besonders das Geschlecht derer von Schleinitz (bis 1841) Schloss und Ort. Spätere Eigentümer waren u. a. Kunert (1841–1862), Prinz Georg von Sachsen (1862–1868), Baron von Kiel (1868–1891) und Dr. Emil Günther (1891–1945).

Nachkriegsnutzung

Nach 1945 wurde der Besitz enteignet. Das Schloss diente u. a. als Unterkunft für Vertriebene, Kinderferienlager und später als Schule/Lehrstätte für LPG (Lehrbetrieb bis 1990/91). Trotz Vernachlässigung blieb ein erhaltungswürdiger Bauzustand erhalten.

Siedlungsgeschichte & Landschaft

Schieritz ist altes Siedelland. In der Umgebung sind zahlreiche archäologische Funde überliefert; dazu zählen auch Befestigungsreste auf dem Dragonerberg (Schieritzer Flur), deren Anlage ins 11. Jahrhundert datiert wird. Die Talaue und die fruchtbaren Lößböden der Lommatzscher Pflege begünstigten die Besiedlung.

Dorfleben

Historisch gab es im Ort vielfältiges Gewerbe (u. a. Gasthof, Mühle/Bäckerei, Fahrradhandel, Tischlerei, Sattlerei, Schmiede, Obst-/Gemüsehandel). Im 20. Jahrhundert entstanden zudem Mehrfamilienhäuser (1956/57) sowie spätere Wohnblöcke der LPG.

1260 Belehnung Konrad von Schleinitz; 1549 Rückkauf des Gutes; 1556–1601 Neubau des Schlosses; 1923 Vereinigung Rittergut/Gemeinde; 1945 Enteignung; 1953–1990/91 Nutzung als Lehrstätte.

curia: Hof/Rittersitz; allodium: freies, veräußerliches Privateigentum (Freigut) – im Gegensatz zum Lehen.

Quelle

Quelle: Wolfgang Schmidt, Schieritz, Schieritz, 2003.

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