Oberlommatzsch
Oberlommatzsch gehörte seit 1935 zu Wölkisch und ist seit 1974 ein Ortsteil von Zehren. Das Dorf breitet sich am Talhang des Lommatzschbaches aus; viele Vier- und Dreiseitenhöfe gruppieren sich um eine Sackgasse.
- Ersterwähnung: 1334 („Lomnicz superius“), 1362 „Ober Lompnicz“
- Namensdeutung (altsorbisch): Ort an der Lomnica / am Windbruch (niedersorbisch „lom“ = Bruchholz)
- 1840: 9 Bauern (¼ bis 2⅜ Hufen), 2 Häusler
- Einwohner: 64 (2002)
Dorfstruktur
Nur wenige Gebäude zeigen heute noch Fachwerkobergeschosse zum Hofinneren. Einige Höfe nutzte die LPG Typ III „Vereinte Kraft“ Wölkisch.
Wichtige Höfe & Gebäude
Wesentliche Grundstücke (Auswahl):
- Nr. 1B: Auszugshaus (1898). 1928 kaufte es der Schneidermeister Paul Hesse; später Familie Riemer.
- Nr. 3: Ehem. Gasthof (Seitengebäude 1828; ab 1904 Gastwirtschaft im Neubau). 1960–1970 LPG-Kantine; seit 1975 Wohnzwecke (Kreusel/Mende).
- Nr. 7: Stellmacherei & Sägewerk (1930–1945, Martin Thieme); außerdem Poststelle (Familie Lindecke).
- Nr. 11: Vierseitenhof (1757). Weinausschank bis 1873; Kirschplantage (ca. 1930–1941); ab 1987 wieder Wein (u. a. Traminer, Weißburgunder, Scheurebe, Spätburgunder).
Eine „Dorfleier“ auf Sächsisch (rufgeschrieben von Heinz Beger, 1920) nennt in Reimen frühere Familien und Hausnamen – ein kleiner Blick in den damaligen Alltag.
Quelle
Quelle (Ortstext): zusammengestellt mit Unterstützung der Bewohner, zusammengestellt von Ute Wiegand, 2002.
Hinweis: Statistische Angaben zur Bevölkerung: Amtsblatt Diera‑Zehren 02/2003.
