Keilbusch

Keilbusch ist seit 1935 Ortsteil von Zehren und liegt nordwestlich von Meißen. Der Name bezeichnete ursprünglich ein keilförmiges Waldstück („Kylepusch“ 1402). Der Wald wurde 1945/46 stark abgeholzt und ist später ohne Aufforstung wieder zugewachsen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Entstehung der Siedlung: um 1840
  • Einwohner: 34 (1840), 116 (1890), 171 (1925), 113 (2002)
  • Die Straße ins Elbtal soll 1791 verlegt worden sein.

Siedlung & Landschaft

Am Fuß des Elbtalhanges entstand eine Zeile kleiner Häusleranwesen (früher ca. 12 Fachwerkhäuschen). Parzellen verkaufte der Gutsbesitzer Fehrmann aus Gasern. Spätere Ausbauten reichen von der Raststätte Güldene Aue (B6) bis ins Jahnatal.

Mühlen, Gewerbe & Schloßberg

Gegenüber der Gaststätte lag die Nicolsmühle (Wassermühle), benannt nach der Nickelsbrücke (vermutlich nach Nikolaus Questerwitz, †1492). Sie war um 1850 ein beliebter Ausflugsort mit Weinausschank. Der Betrieb wurde vor dem Zweiten Weltkrieg stillgelegt.

Talaufwärts folgen historische Standorte wie die Ankerschmiede (später VEB Schulkreide). An die Schloßmühle erinnert heute ein Wohnhaus (1844). In der Nähe liegt die Wallanlage Schloßberg Keilbusch (Turmhügel/Kegelwall) mit Funden aus dem 13./14. Jh. – vermutlich eine befestigte Warte.

Hochwasser 2002

Hinweis aus dem Material: Das Jahrhunderthochwasser 2002 an der B6 in Keilbusch (u. a. im Bereich der Gaststätte „Güldene Aue“).

Überliefert ist die Sage vom „Geist im Keilbusch“: Räuber sollen hier bis ins 18. Jahrhundert gehaust und 1590 den Zehrener Pfarrer Matthias Hauptmann ermordet haben. Spukgestalten werden an der Nickelsbrücke und im Keilbusch erwähnt.

Ein Gedicht („Wo einst die Mühle stand …“, 1985) erinnert an die verschwundene Mühle am Bach und spielt mit der Idee, was auf der Fläche entstehen könnte (Parkplatz, Erholungspark).

Rudolf Pietschmann schildert das Leben ab 1932: fehlende Wasser-/Abwasseranschlüsse, Brunnenbau (bis 14 m tief, teils in Fels gesprengt), erste Stromversorgung 1936. Er beschreibt zudem den Betrieb der Mühle, einen Karpfenteich sowie die Bedeutung der Kreidefabrik als Arbeitgeber.

Er erinnert außerdem an die Gaststätte Güldene Aue und eine frühere Personenfähre Richtung Karpfenschänke (Anschluss an die Dampfschifffahrt). Später kamen Verbesserungen in Wasserversorgung und Straßenbau; ein Gemeindebrunnen entstand 1983 nahe der ehem. Mühle.

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