Wölkisch

Wölkisch nimmt die beiden Talhänge am Oberlauf des Lommatzschbaches ein. Die Lage an der B6 und an der alten Verbindung zur Elbefähre Niederlommatzsch prägte den Ort über Jahrhunderte – u. a. mit dem Gasthof „Herr Gevatter“ (urkundlich 1642) und einem ehemaligen Steinbruch, der später als Badeteich beliebt war.

Einwohnerzahlen (Auswahl): 1834: 246 · 1871: 281 · 1925: 283 · 1946: 507 · 1971: 391 · 2002: 214.

Gemeinde & Verwaltung

Bürgermeister (Auswahl): u. a. Christian Gottlob Müller (ab 1839 als Gerichtsherr genannt), Carl Gottlob Seifert (bis 1850), Friedrich Clemens Zieger (1901–1919), Walter Müller (bis 1945), Bruno Engelmann (1945–1950), Walter Hempel (ab 1967 bis zur Übergabe an Zehren).

Ortsleben: Gasthof, Schule, Mühle

Die alte Schule befand sich im heutigen Grundstück Nr. 5; 1898/99 wurde eine neue Schule an der Straße nach Oberlommatzsch gebaut. Nach der Schließung 1960 wurden die Kinder in Zehren eingeschult; das Gebäude diente später u. a. als Konsum-Verkaufsstelle und Gemeindeamt.

Der Gasthof „Herr Gevatter“ ist seit 1642 belegt und war Rast- und Versorgungsort. Im späten 19. Jahrhundert erfolgte ein Neubau (1895/96). Danach wechselten Besitzer und Konzessionen mehrfach; nach 1997 kam es zur Schließung, seit 1999 wurde der Betrieb wieder geführt.

An der heutigen B6 zwischen Wölkisch und Klappendorf stand eine Bockwindmühle (1721 bezeugt, 1811 erneut erwähnt). Das Baujahr 1811 war am Balken vermerkt. Die eigentliche Mühle wurde bereits vor dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.

Schule: Neubau 1898/99, Schließung 1960. Kindergarten: zeitweise Saisonbetrieb, später ganzjährig; Schließung 1990.

In den 1950er Jahren entstanden mehrere LPGs (Typ III), die sich 1959 zur LPG „Vereinte Kraft“ zusammenschlossen. Nach weiteren Aufnahmen bewirtschaftete die LPG in den Gemeinden Niederlommatzsch und Wölkisch fast 1000 ha. 1991 wurden die LPG-Strukturen aufgelöst.

Gewerbe & Vereine

Handwerk/Gewerbe (Auswahl): Bäckereien (Quitzsch, Strobach), Damenschneiderei, Sattlerei, Zimmerei, Fleischerei, Obst-/Gemüseaufkauf, Autowerkstatt/Tankstelle, Tischlerei, Friseur, Schmiede, Poststelle sowie Konsum-Verkaufsstelle.

Quelle

Quelle (Ortsausarbeitung): Ida Schwarzer, 2002.

Quellenangaben (Auswahl): „Werte unserer Heimat – Elbtal und Lößhügelland bei Meißen“, Band 32 (Akademie-Verlag Berlin, 1982); Gemeindebuch Wölkisch 1839–1947; Akte „Gasthof Wölkisch“ im Gemeindearchiv Diera-Zehren; Hofkarten Wölkisch 1940; Mühlenerfassung S. Jungermann/Dr. U. Seiffert (07/1998) u. a.

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