Mischwitz
Mischwitz war bis 1935 eine selbständige Gemeinde und wurde dann nach Zehren eingemeindet. Ein Teil liegt direkt an der Straße Meißen–Zehren (B6). In älterer Literatur wird Mischwitz als „Bauernweiler“ mit Block- und Streifenflur beschrieben (Fläche ca. 89 ha, um 1900). Kirchlich war Mischwitz bereits 1539 nach Zehren eingepfarrt.
- Ersterwähnung: Urkunde von 1258 („Martinus dictus de Missewitz“)
- Namensformen: Missewitz (1258) – Mischewitz (1268) – Mischütz (1539) – Mischwitz (1840)
- Einwohner: 38 (1803) – 44 (1890) – 77 (1910) – 66 (1925/1932) – 16 (2002)
- Lage/Struktur: unten an der B6 nur wenige Häuser; oben am Hang zwei ehemalige Vierseitenhöfe
Geschichte & Verwaltung
Die Zuordnung wechselte historisch zwischen verschiedenen Grundherrschaften/Ämtern (u. a. castrum Meißen, Domkapitel Meißen, Erb-Amt Meißen, Amtshauptmannschaft Meißen). Seit 1935 Ortsteil von Zehren, seit 2001 Ortsteil von Diera-Zehren.
Siedlung & Lage
An der B6 im Elbtal stehen nur wenige Häuser, darunter die frühere Gärtnerei Winkler (später Paesch; Mischwitz Nr. 7, gebaut 1887). Der obere Ortsteil liegt an der Hangkante (ca. 150–160 m) mit zwei ehemaligen Vierseitenhöfen (Nr. 1 und 2).
Alltag & Erinnerungen
Aus dem 20. Jahrhundert sind Ortsnamen und Bewohnerlisten überliefert; außerdem Berichte über schwierige Zeiten (z. B. Repressalien in den 1950er Jahren) und private Initiativen/Spenden für die Ortschronik.
Wasser, Funde & Landschaft
Die Höhenlage war lange nachteilig für die Wasserversorgung. Für die Viehhaltung wurde Wasser teils mit Göpelantrieb (pferdegezogen) aus Tiefbrunnen gefördert.
Auf den Mischwitzer Fluren wurden zahlreiche ur- und frühgeschichtliche Funde gemacht, u. a. ein Urnengräberfeld (Übergang Bronze- zur Eisenzeit) am Steinhübel (172 m).
Mischwitz liegt in der fruchtbaren Region der Lommatzscher Pflege. Die Fluren gehören zum Lößgebiet „Seilitzer Plateaurand“ mit steilen Hängen und Taleinschnitten.
Gestüt heute
Die ehemaligen Gehöfte sind heute im Besitz von Peter Kunath, der hier ein Gestüt aufgebaut hat und mit Trakehnern züchterisch arbeitet.
Quelle
Quelle: W. Schmidt, Ausarbeitung Mischwitz, Schieritz, 2003.
