Hebelei & Göhrisch

Hebelei und Göhrisch sind kleine Ortsteile im Elbtal zwischen Zehren/Niedermuschütz und Niederlommatzsch. Von der Kreuzung zweigt die Straße rechts zur Hebelei und weiter zum Göhrischgut und Göhrischberg ab.

Hebelei – kurz erklärt

Die Hebelei besteht aus wenigen Häusern entlang der Straße gegenüber dem heutigen Elbepark. Der Lommatzschbach trennt die Hebelei von Niederlommatzsch. Bis ca. 1935 wurde nahe dem Bach Gestein abgebaut (Steinbruch).

Historisch gab es in den Hängen Weinbau; um 1840 endete die Weinkultur und die Terrassen wurden u. a. mit Obstbäumen bepflanzt.

Schiffsmühle „Klingermühle“

In der Nähe des Grundstücks Nr. 35 (Tür-Schlussstein 1773) befand sich früher eine Schiffsmühle (erstmals 1363 erwähnt). Eine keilförmige Aufschüttung („Hobe“) verstärkte die Strömung und schützte die Mühle bei Eisgang. Der Schiffmüller David Klinger wird 1770 genannt; daher der Name „Klingermühle“. Der letzte Nachweis der Schiffsmühle stammt aus 1855.

Elbepark Hebelei

Zwischen Elbe und Wohnhäusern liegt der Elbepark Hebelei (ca. 8 ha). Er verbindet Parkanlage und Tiergehege mit rund 100 Tieren in etwa 20 Arten (Schwerpunkt: bedrohte Haustierrassen), Biotopteich, Spielplatz und Streichelgehege.

Die Entwicklung in Kurzform: Gründung als Wildgehege 1972, Umwandlung 1983, Neubau ab 1993, Eröffnung 1994, Fertigstellung 1995.

Tipp: Von der anderen Elbseite ist die Anreise über die Fähre „Stolzenfels“ (Diesbar‑Seußlitz) und dann zu Fuß oder per Rad entlang der Elbe möglich.

Jährlich finden u. a. Osterfest und das Elbeparkfest (Pfingsten) statt. Von März bis November gibt es monatliche Bauernmärkte mit Direktvermarktern – an starken Tagen wurden bis zu 5.000 Besucher gezählt.

Göhrisch – Gut & Berg

Der Göhrischberg ragt mit 152,4 m über die Elbe. Er ist aus Biotitgranodiorit aufgebaut; bis etwa 1935 gab es auch hier Steinbruchbetrieb auf der Elbseite.

Göhrisch ist heute der kleinste Ortsteil und besteht im Kern aus dem Gut und dem rund 500 m entfernten Schmiedegut. Das Göhrischgut ist u. a. 1313 als Herrensitz erwähnt; der Name geht auf altsorbische Formen zurück und wird als „Ort an Schlucht/Rinne/Graben“ gedeutet. Das Herrenhaus im heutigen Stil entstand um 1800 (Toreinfahrt‑Schlussstein 1735).

Heute betreibt die Familie Theves den Reiterhof Göhrischgut im denkmalgeschützten Vierseitenhof nahe Elbepark und Elberadweg.

Die „Presse“ & Staudengärtnerei

Zwischen Göhrisch und Niedermuschütz liegt die sogenannte „Presse“, ein ehemaliges Weinberghaus (Kelterhaus mit früherer Weinpresse; sichtbar sind vor allem noch Fundamente). Das Gebäude wurde saniert und dient als Wohnhaus/Firmensitz der Staudengärtnerei Ihm (seit Ende der 1990er Jahre).

Aus der Überlieferung ist auch ein persönlicher Brief erhalten: ein Liebesbrief von J. G. Schulze aus Obergävernitz (22. November, abends 11 Uhr). Er beschreibt Gefühle, Sorgen um Hindernisse und skizziert einen Ehevertrag – ein spannender Einblick in die damalige Sprache und Lebenswelt.

(Volltext kann auf Wunsch ergänzt werden.)

Ausarbeitung I. Grimm & W. Schmidt (2003) u. a.; Hinweise/Material u. a. Elbepark, Theves (Chronik Göhrischgut), Literatur zu Schiffsmühlen und Region.

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